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Evarist Mader

Zum 70sten Todestag von Salvatorianerpater Prof. Dr. Evarist Andreas Mader

 

Mader Evarist2

Jeder in Großlangheim weiß, wo die Prof. Maderstraße ist. Aber wer war Prof. Mader?  fragen sich viele. Zwei seiner Großnichten haben ihn noch persönlich gekannt.

Als Jüngster von 5 Geschwistern wurde er am 09.01.1881 in Großlangheim geboren. Sein Vater war mit 45 Jahren gestorben. Schon frühzeitig hatte er den Wunsch „Missionär“ zu werden und ersuchte um eine Aufnahme bei den Salvatorianern in Rom. Unterstützt vom Ortspfarrer und ausgestattet mit einer Pension von „Wohltätern“ aus Großlangheim ging er im Herbst 1895 nach Rom mit dem Versprechen, durch Betragen, Fleiß, Dankbarkeit und Frömmigkeit viel Freude zu bereiten. Sein Profess legte er am 04.10.1897 ab. Sein Ordensname wurde Evaristus.

Da er etwas kränklich war, vertrug er das römische Klima nicht und siedelte zum Weiterstudieren nach Fribourg in der Schweiz über. Er war sehr fleißig und bescheiden.

Was hat er studiert? Ein kleiner Überblick wie folgt: Philosophie, Theologie, Exegese, Orientalistik, biblische Archäologie, Geschichte des Orients, Kultur des Islam, Sitten und Gebräuche des alten und neuen Ägyptens, Scholastik und folgende Sprachen: Hebräisch, Syrisch, Griechisch –Aramäisch, ägyptisch arabische Umgangssprache……

Seine Priesterweihe war am 25.07.1903. Seinem innigsten Wunsch, die Primiz in seiner Heimatgemeinde zu feiern, wurde stattgegeben. Er meldete sich begeistert bei seinem Ordensoberen Pater Jordan aus den Primizferien . „Die Anteilnahme der Bevölkerung war gewaltig“.

Er widmete sich danach weiterhin seinen Studien. Für seine Doktorarbeit erhielt er viel Anerkennung und Lob. Ab 1908 war er Professor der Exegese am Päpstlichen Regionalseminar in Tivoli.

1911 ging er nach Jerusalem an das archäologische Institut der Görres - Gesellschaft. Außerdem hatte er den Auftrag von Pater Jordan, eine Salvatorianer -Niederlassung zu gründen. Im Auftrag des archäologischen Instituts  bereiste er ganz Palästina. Er machte eine Tour über Hebron zum Südende des Toten Meeres und befasste sich mit den Ruinen einer byzantinischen Basilika in Südjudäa.

Bei einer 40tägigen Tour 1914 in Nordpalästina zählt er die Verkehrsmittel auf:“ ein Maultier, drei Esel, sieben Pferde müde geritten, fünf Mal mit dem Tier gestürzt, vier Tage lang fiebernd in einem Bergdorf in Nordgaliläa gelegen“.

Der 1. Weltkrieg holte ihn zurück nach Deutschland. Er war Militärpfarrer, wurde schwer verwundet und lag bis 1920 im Lazarett. Er trug bleibende Schäden davon.

1925 kehrte er nach Palästina zurück und blieb dort mit Unterbrechungen bis 1932 als Direktor des archäologischen Instituts der Görres – Gesellschaft. Er war mit folgenden Ausgrabungen befasst:  einer Gemäldeserie in einer Gräberhöhle in der Gebirgswüste von Juda,  weiteren Funden bei den Ruinen der byzantinischen Basilika, den Prachtbauten von König Herodes, Kaiser Hadrian und Kaiser Konstandin bei Hebron.  Er fand dort Münzen der jeweiligen Herrscher und beschriebt, wie mühsam  es doch sei, den hohen Herren auf den Münzen den Kopf zu waschen, Augen, Ohren und Nase zu putzen, damit sie sich in anständiger Weise sehen lassen  können nach 2000 Jahren in Schutt und Asche.

 Sein größtes Werk war jedoch die Freilegung der Basilika der Brotvermehrung in Tabgha am See Genezareth mit dem berühmten Mosaik.

1932 kehrte er aus gesundheitlichen Gründen nach Deutschland zurück. Er schrieb noch Bücher und hielt Vortäge. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehens. Er wurde von den Ursberger Schwestern gepflegt und verstarb am 13.März 1949 in Percha am Starnberger See.

Ein gottergebenes Leben, der Wissenschaft verpflichtet, die Spuren unseres Christentums zu erforschen, ging zu Ende. Sein Wunsch, im Heiligen Land zu sterben, erfüllte sich nicht. Er hatte schon ein Grab am Berg Sion ausgesucht. Seine Salvatorianer –Mitbrüder  beerdigten ihn im Waldfriedhof in München. Die Verwandten aus Großlangheim waren auch anwesend.

Zur Ehrerbietung unseres berühmten Ehrenbürgers, aus Anlass seines 70sten Todestages, waren wir, Verwandte und Mitglieder des AK Langa, nach München an sein Grab gereist. Wir haben dort einen Blumengruß von der Gemeinde abgelegt, für ihn gebetet, eine Kerze angezündet und ein Lied vom Grebner`s Hannes gesungen.

Eine Verwandte fasste sein Leben zusammen mit den Worten:

Er war arch arm, aber auch arch g`scheit“

Bericht: Karola Böhm,  Infoquelle: Curia Generalitia dei  Salvatoriani ,Via della Conziliazione 51  Rom

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Tabgha



Erstellt am 15.04.2019 23:28, geändert am 15.04.2019 23:36

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