1189 wird das erste adlige Geschlecht in Großlangheim erwähnt, die Herren von Lanckheim, die später in den Dienst der Grafen von Castell traten. Im 14. Jhd. hatten die Casteller ihre stärkste Zeit in Großlangheim. Danach ging Großlangheim an die Truchseß von Wetzhausen über, unter deren Herrschaft wurde das Dorf Versammlungsort verbündeter Ritter und wird wohl einige malerische Aufzüge gesehen haben. Danach ging Großlangheim an das Hochstift Würzburg.
Es begann nun für die Dorfbewohner eine sehr unruhige Zeit. Erst erreichte der Bauernkrieg (
1525) unseren Ort, bei dem das Schloss beschädigt und wieder aufgebaut wurde. Dann folgten die Raubzüge von Markgraf Albrecht Alcibiades von Brandenburg-Bayreuth bei denen
1554 auch Großlangheim gebrandschatzt und geplündert wurde.
Laut Aufzeichnungen in der Kirchturmkugel mussten
1584 über 300 Einwohner an der Pest sterben, das ist beinahe ein Drittel der Gesamtbevölkerung.
Der erste Schwedeneinfall erfolgte
1631 und brachte auch für Großlangheim Mord, Raub und Plünderungen mit sich. Das normale Arbeits- und Gewerbeleben erlahmte im Laufe der Kriegszeit, die Felder und Weinberge lagen brach und auch nach dem Friedensschluss dauerte es lange bis wieder einigermaßen friedliche Zustände eintraten.
Die Auseinandersetzung zwischen den kaiserlichen Truppen und dem General Montecuculi brachte für Großlangheim Plünderung und Beschlagnahmungen mit sich. So wurden acht große Fuhren Heu weggefahren um die Pferde zu versorgen.
Darauf folgte
1756 der siebenjährige Krieg, bei dem die Preußen übel hausten.
1796 zogen die Franzosen durch den Ort, es war eine dauerhaft unruhige Zeit für die Bewohner.
Trotz allem hat im 18. Jhd. in Großlangheim ein bescheidener Wohlstand geherrscht. Man scheint einen Anlauf zu eher städtischen Lebensformen genommen zu haben. Es gab Straßen in alle vier Himmelsrichtungen, was auf einige Bedeutung in der Umgebung hinweist.
1767 wurde die Mariensäule errichtet, es wurden viele Häuser gebaut, am Ortsrand war eine Brauerei und auch die Mädchen wurden jetzt unterrichtet (im heutigen Jakobushaus).
1816/17 war der Höhepunkt der Not, denn laut Aufzeichnungen gab es keinen Sonnentag im ganzen Jahr, es war immer feucht und man konnte nichts ernten. Das brachte hungersnotartige Zustände mit sich, während der man Wurzeln ausgrub und zu Gemüse kochte. Zu dieser Zeit wanderten auch viele Einwohner nach Amerika aus. Um
1830 wurden in Großlangheim 115 ha Wein angebaut (heute 70).
Gegen
Ende des Jahrhunderts setzte der Wandel in der Wirtschaftsstruktur ein. Dorfgraben und Mauerbefestigung wurden weitgehend eingeebnet, Handwerker verloren ihre Konkurrenzfähigkeit und verschwanden. Durch Ausbau von Viehwirtschaft und Obstbau versuchte sich die Landwirtschaft zu halten, was aber nur teilweise gelang. Es wurde die Eisenbahnlinie Kitzingen – Schweinfurt gebaut, die Raiffeisenbank gegründet und das elektrische Licht eingerichtet.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde in Großlangheim mit der Ausarbeitung des Flachses begonnen, doch blieben Wirtschaftskrise und Inflation nicht ohne Folgen.
1923 konnte ein Arbeiter von seinem Wochenlohn lediglich einen Laib Brot kaufen.
Seit dem Ende des 2. Weltkrieges, bei dem 54 Großlangheimer ihr Leben lassen mussten, geht es langsam aber beständig aufwärts.